Kurz vor dem Start des Fluges

Hinauf zu den Vögeln

Hochgeladen am 26.09.2017


Den Traum vom Fliegen hatten schon viele Menschen. Dadurch wurden die Flugzeuge gebaut, die uns heute von A nach B bringen. Aber so ein richtiges Gefühl des Fliegens hat man da auch nicht. Man weiß zwar, dass man in der Luft schebt, man sieht die Wolken und manchmal wackelt es sogar ein wenig. Aber man sitzt in einer Maschine. Es gibt weder Wind noch ein Gefühl der Freiheit. Beim Gleitschirmfliegen ist das ganz anders. Jeder Flug ist ein Erlebnis, etwas das man hautnah fühlt. Es ist die einfachste Technik vom Boden abzuheben und ich hatte das Glück es ausprobieren zu dürfen.

 

Ich laufe mit dem Gleitschirm

 

Morgens geht es los. Ein Schnupperkurs im Gleitschirmfliegen. Das ganze findet an einem Übungshang statt. Wir bekommen einen Schirm, einen Helm, und das Gurtzeug, was uns in der Luft als Sessel dienen wird. Als erstes wird erklärt wie die Luft durch die Kammern in den Schirm kommt, wie die Leinen angeordet sind und wie man den Schirm steuert. Dazu gibt es die Steuerleinen. Das ist das einzige was man während des Fluges in der Hand hat. Zieht man rechts, wird diese Seite abgebremst, sodass man in diese Richtung fliegt. Links funktioniert es genauso. Wenn man bremsen will, muss man an beiden Leinen gleichzeitig ziehen. Als nächstes wird mir gezeigt, wie ich den Schirm an meinem Gurtzeug richtig befestige und schon geht es an den praktischen Teil. Ich darf meinen Gleitschirm das erste Mal aufziehen. Der Fluglehrer erklärt wie es geht. Wenn der Schirm ausgebreitet hinter mir ist und alle Seile sotiert sind, nehme ich die Steuer- und die A-Leinen in die Hand. Dann renne ich los, mit aller Kraft, aber trotzdem bewege ich mich kaum von der Stelle. Schuld ist das Ding, was sich hinter mir langsam in die Lüfte bewegt. Es leistet ordentlich Wiederstand. Als es über mir schwebt lasse ich die A-Leinen los und laufe weiter. Der schwierige Teil ist geschafft. Nach ein paar Metern bremse ich und der Schirm landet hinter mir am Boden. Diese Übung wird noch ein/ zweimal wiederholt. Gar nicht so leicht, dass das Stück Stoff oben bleibt, wenn der Wind seine Richtung wechselt. Dieser muss immer von vorne kommen, ansonsten kann man nicht starten. Nachdem ich bewiesen habe, dass ich mit dem Schirm sogar Kurven laufen kann, wird es ernst. Ich mache mich bereit.

 

Aufziehen des Gleitschirmes

 

Der Start funktioniert genauso. Diesmal muss ich einfach das Tempo halten. Ich renne den Hang hinab. Der Wind ist relativ schwach, deshalb laufe ich länger als ich erwartet hatte. Aber plötzlich ist der Boden unter meinen Füßen weg. Ich fliege. Leute, ICH FLIEGE! Der Schirm trägt mich immer weiter weg. Ein klein wenig korrigiere ich die Richtung, da er sich schon langsam wieder den Boden nähert. Als er aufsetzt ziehe ich die Bremsen, laufe ein paar Schritte und stolpere ein wenig. Die Landung geht noch ein bisschen eleganter, aber der Rest war super. Mit dem geschulterten Schirm laufe ich zurück zum Startplatz. Bergauf ist ganz schön anstrengend und dauert, aber irgendwann bin ich wieder oben. Sofort mache ich mich bereit und es geht wieder los. Der Start klappt perfekt. Während andere noch gar nicht geflogen sind, gleite ich schon das zweite Mal durch die Luft. Wow, ist das toll. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich. Die Aussicht ist auch sehr sehenswert. Weiter weg sehe ich Vögel. Ich schwebe mit ihnen in der Luft als wäre es eine Leichtigkeit. Naja, schwer ist es eigentlich wirklich nicht. Thermik lässt mich noch ein Stück weiter aufsteigen. Selbst die Landung klappt perfekt. Nachdem ich mich den Berg ein weiteres Mal hoch mühe, waren alle einmal in der Luft.

 

Zwei Bilder während des Flugs mit dem Gleitschirm

 

Als ich gerade ein drittes Mal fliegen will, dreht der Wind. Rückenwind ist total ungünstig. Wir müssen gar nicht erst probieren zu starten, das würde sowieso nicht klappen. Also stehen wir bereit und warten. Nach zwanzig Minuten hat er immer noch nicht gedreht. Wenn er bald nicht wieder von vorne (Norden) kommt, müssen wir zusammenpacken und runterlaufen. Das wäre wirklich enttäuschend. Als der Wind sich bessert, er kommt jetzt aus Nord-Osten, gibt mir der Fluglehrer das Signal zum Start. Jetzt wird es ein wenig kniffliger. Ich muss den Schirm seitlich zum Hang aufziehen und dann eine Kurve laufen. Selbst das läuft erstaunlich reibungslos. Sobald ich in der Luft bin ist alles wie gehabt. Einfach fantastisch. Am Landeplatz packe ich alles zusammen. Erst jetzt bemerke ich, dass der Wind wieder gedreht hat, sodass außer mir niemand mehr starten konnte. Dreimal bin ich geflogen, obwohl ich vorher gar keine Erfahrung hatte. Das hat echt Spaß gemacht und stolz bin ich auch. Der Schnupperkurs hat sich wirklich gelohnt, so ein Erlebnis hat man nicht oft.

Luftige Grüße, Mara

1 Kommentar

  1. Jan am 30.09.2017 um 19:50

    Hallo Mara, toller Blog-Eintrag und ein toller Tag am Übungshang. Ich bin stolz auf dich wie super du das gemeistert hast!

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