Fassaden in Bologna

Viva l`Italia – ein Kurztrip nach Bologna

Hochgeladen am 13.06.2019

Vier Tage lang Bologna, Italien pur, leckeres Essen und Sonne. So zumindest habe ich mir den Trip in meiner Vorfreude vorgestellt. Dann ist mir klar geworden, dass es März ist. Ich war noch nie so früh in Italien, sodass ich keine Vorstellung hatte wie es Anfang März dort sein würde. Mit der Sonne konnte es schonmal eng werden, wenigstens das leckere Essen war sicher.

Sonne

Irgendwann war es so weit: der Wecker klingelt, draußen ist es noch dunkel, das ganze Dorf schläft, die Koffer sind gepackt, man tappt die Treppe hinunter, lädt alles ins Auto, kuschelt sich in eine Decke und fährt los. Im Morgendlicht geht es an den Bergen vorbei und das Frühstück gibt es schon in Italien. Dann ist es 11 Uhr und ich steige auf einem Parkplatz außerhalb der Stadtmitte aus. Im Zentrum dieses wunderbaren Ortes sind keine Autos erlaubt, es fährt nur hin und wieder ein Bus oder ein Taxi durch die Straßen. Das ist als Fußgänger natürlich super angenehm, aber man sollte sich vorher informieren welche Parkmöglichkeiten es gibt.

Aber nun zurück zu unserer Ankuft. Wir stehen auf diesem Parkplatz und schwitzen, während die Sonne auf uns nieder pratzelt. Wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter! Schöne Frühlingstage mit bis zu 20* C, waren mehr als ich mir erwünscht hatte. In der Stadt hat man zwar meistens eine Jacke gebraucht, da es zwischen den Häusern schattig und somit doch ein wenig kühl war (perfekt für den Hochsommer), aber spätestens auf den zahlreichen Plätzen konnte man sich entspannt im Top sonnen und den Frühling genießen. In den Straßen haben sogar schon Kirschbäume geblüht und man hatte das Gefühl als wäre man in eine andere Jahreszeit und nicht nur in ein anderes Land gereist.

 

Kirschblüten blühen vor den Häusern

 

Bologna – Italien pur

Bologna ist ein Fest, eine Stadt voller Leben. Die Straßen sind von Arkaden gesäumt, welche Schatten spenden und die Stadt zu etwas einzigartigem machen. Es ist wirklich ein sehr schöner Ort!
Was auffällt ist, sind die ausgesprochen vielen Kirchen.
An jeder Straßenecke findet man eine neue und keine von ihnen ist klein. Am auffälligsten ist die riesen Kirchen am Piazza Maggiore, dem Hauptplatz von Bologna. Sie ist relativ dunkel, hat dafür aber ein wunderschön beleuchtetes, goldenes Kreuz über dem Altar hängen.
Meine Lieblingskirche befindet sich allerdings ein paar Straßen weiten an einem anderen, kleinen aber feinen Platz. Dem „piazza delle sette chiese“. Für alle die des italienischen nicht mächtig sind übersetze ich das mal: Platz der sieben Kirchen. Denn diese eine Gottesstätte besteht eigentlich aus sieben, welche direkt aneinandergebaut und miteinander verbunden wurden. Manche sind nur so klein wie ein Raum, andere haben die Größe einer normalen Kirche. Ein paar sind kunstvoll verziert, während wiederum manche durch ihre Schmucklosigkeit glänzen. Durch die verschiedenen Räume und Gänge zu gehen ist wirklich interessant, denn jede der sieben Kirchen ist anders, aber alle sind wunderschön!

 

Kirche
Das eigentliche Wahrzeichen von Bologna sind aber nicht die vielen Kirchen, sondern die beiden Türme, welche zwischen den Häusern empor ragen. Einer von ihnen, der kleinere, ist auch noch schräg. Es ist also quasi „der schiefe Turm von Bologna“. Nein, so wird er natürlich nicht genannt, aber ich musste trotzdem ein wenig an Pisa denken. Den größeren der beiden kann man besteigen, was wirklich viele Treppenstufen sind, aber es lohnt sich. Von oben hat man nämlich einen wunderschönen Blick über die Stadt. Die Tickets dafür kann man vorher am Piazza Maggiore kaufen, welcher nur ein paar Meter entfernt ist.

 

IMG_7601

Aussicht vom Turm in Bologna
Die zentrale Bibliothek ist sehr groß und es lohnt sich dirt mal einen Blick hinein zu werfen. Alle Wände, sowie die Decke sind kunstvoll bemalt, weshalb eine einzigartige Atmosphäre herrscht.
Das schöne ist, dass Bologna keine Touristenstadt ist, sondern man hier vor allem Italiener antrifft. Und trotzdem sind die Straßen voller Leben, Menschen tummeln sich vor den Restaurants und den Geschäften und man genießt das Leben.
Mein absolutes Highlight war die Musik. In Bologna leben die unterschiedlichsten Klänge. Vor allem abends hat man das Gefühl, ganz Bologna trifft sich in den Bars und Lokalen, um erst den Aperitiv zu sich zu nehmen und dann das unglaubliche leckere Essen. Einen Tisch zu reservieren lohnt sich! Es klingt jedoch nicht nur das melodische italienisch, sondern auch Unmengen von Instrumenten. An jeder Straßenecke sind Musikanten, welche die Stadt mit ihrem Talent bereichern. So findet man an einem Platz eine kleine Band aus Klarinette, Gitarre, Kontrabass. Eine Straße weiter trommelt ein Student auf ungedrehten Töpfen, Trommeln, Eimern und ähnlichem und die Menge tanzt. Sobald man um die Ecke biegt zeigt ein Mann mit Gitarre sein Können und neben dem nächsten Café erfüllt ein Duo die Luft mit ihren Klängen. Durch die Musik entsteht eine so besondere, entspannte Atmosphäre! In keiner Stadt habe ich bisher so etwas erlebt. Die Straßenmusiker konkurrieren mit dem Essen um Platz eins der Sachen, die mich hier am meisten begeistert haben.

 

Straßenmusiker

 

Das Essen

Was soll ich sagen, wir sind in Italien. Ich weiß nicht ob es in diesen Land überhaupt schlechtes Essen gibt, mir ist hier sowas zumindest noch nie über den Weg gelaufen. Es gibt aber auf jeden Fall besonders gutes Essen und Bologna ist ganz vorne mit dabei. Es ist eine Stadt des Genusses. Das Essen und Genießen spielt eine große Rolle und nimmt auch einen Großteil der Zeit ein. Es wird hier sehr zelebriert und gelebt.
Zum Frühstück kann man sich in den Cafés leckeren Cappuccino holen und dabei kleine Törtchen, gefüllte Croissants oder Bomboloni naschen.

 

Cappuccino, Croissant, Törtchen

IMG_7635
Ab fünf/ sechs Uhr sind die Bars und Cafés voller Menschen. Man drängt sich auf der Straße und innen, um gemeinsam den Aperitif zu sich zu nehmen. Das sind zum Beispiel feine Streifen von Focaccia oder Fritatta, Antipasti, Reissalat, gebackene Tomaten und was es sont noch gibt und natürlich darf das Glas Wein nicht fehlen. Typisch ist hier Lambrusco. Das ist ein Rotwein, welcher jedoch sprudekt und dadurch schln prickelnd frisch ist.
Gegen acht Uhr geht es dann in ein Restaurant. Ich habe immer sehr lecker gegessen! Unzählige Pastas, napoleanische Pizza (welche sich als die beste Pizza überhaupt herausgestellt hat), Tiramisu,… Mein italienisches Herz ist bei dem leckeren Essen ganz froh geworden.
Auch das Eis war natürlich mal wieder super. Ich denke man kann dort in jede Eisdiele spazieren, aber duch wertvolle Tips wussten wir, dass die beste Eisdiele am Pizza Cavour ist. Wer dort einmal die Sorten Cremino Pistacchio oder Cremino Nocciola probiert wird das bestätigen.

Bologna war wunderschön! Ganz viel Italien pur, ganz viel Sonne und ganz viel leckeres Essen. Und trotzdem hat es meine Erwartungen so übertroffen.
Jedem der Italien liebt würde ich die Stadt sofort empfehlen. Man kann einfach so schön durch die Gassen schlendern und den Genuss leben. Nicht nur das Essen genießen, sondern vor allem das Leben.

 

Bologna

 

Sag mir deine Meinung!

Keine Angst, Deine Email Adresse wird nirgendwo veröffentlicht oder angezeigt.